Taurolidin

Infektionen sind die Komplikation bei zentralvenösen Systemen, die man unbedingt verhindert möchte. Grundsätzlich besteht hier immer ein Risiko, da sich eine völlige Keimfreiheit beim Menschen nicht erreichen lässt.

Taurolidin wird als Schutz vor Infektionen beim Blocken der Kathetersysteme eingesetzt. Es schützt während der Ruhephasen vor Keimbesiedlung und kann beim Anschluss der Infusion einfach mit in den Körper gespült werden. Da die meisten Taurolidin-Lösungen Citrat zum Schutz vor Blutgerinnsel-Bildung enthalten, kann es beim sehr schnellen Einspritzen zum Kribbelgefühl an den Lippen, Fingerspitzen und Zehen kommen, dass aufgrund der geringen Citratmenge aber keine gesundheitlichen Auswirkungen hat.

Im Detail:
Taurolidin zerfällt in wässriger Lösung zu Taurultam und Taurinamid, Stoffe, die im menschlichen Gewebe und im Blut natürlich als Mittel gegen Bakterien vorkommen. Es wird in wenigen Minuten im Blut enzymatisch abgebaut, zur Aminosäure Tauron, die ebenfalls ein normaler Körperbestandteil ist.

Es wirkt sowohl gegen Bakterien und Pilze. Taurolidin greift die Zelllwände von Bakterien und Pilzen an, verhindert so Fortbewegung und Anhaften bereits in geringer Dosierung. Da Taurolidin die Zellen von außen zerstört, ist im Gegensatz zu Antibiotika keine Resistenzbildung zu erwarten.

Gesunde körpereigene Zellen werden nicht angegriffen. Nur bei Krebszellen konnte eine Schädigung durch Taurolidin beobachtet werden.

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