Autor:
Oliver Kleineidam
Veröffentlicht am:
19.02.2026

Inhaltsverzeichnis

Sie oder ein Angehöriger benötigen einen Port – und haben viele Fragen? Das ist völlig normal. Ein Portkatheter ist ein kleines, unter der Haut implantiertes System, das einen sicheren und dauerhaften Zugang zum Blutkreislauf ermöglicht. Er wird bei Patienten eingesetzt, die über längere Zeit Infusionen, Chemotherapie, Antibiotika oder parenterale Ernährung erhalten. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen verständlich, wie ein Port funktioniert, wann er eingesetzt wird und worauf Sie bei der Pflege achten sollten.

Wie sieht ein Port aus und wie ist er aufgebaut?

Ein Port – medizinisch auch Portkatheter oder Port-System genannt – besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  • Portkammer: Ein kleines, rundes Gehäuse (etwa münzgroß) aus Titan oder Kunststoff. Die Kammer enthält eine selbstschließende Silikonmembran, durch die eine spezielle Nadel eingeführt werden kann.
  • Katheter: Ein dünner, flexibler Schlauch, der von der Portkammer in eine große, herznahe Vene führt.

Die Portkammer wird unter der Haut platziert – meist im oberen Brustbereich – und ist von außen nur als kleine Erhebung tastbar. Durch die Silikonmembran kann eine spezielle Portnadel (Huber-Nadel) eingeführt werden, ohne dass das System oder die Haut dauerhaft beschädigt wird.

Wie sieht ein Port aus?

Wie wird ein Port eingesetzt?

Die Implantation eines Ports ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, der in der Regel unter örtlicher Betäubung oder Kurznarkose durchgeführt wird. Der gesamte Eingriff dauert meist weniger als eine Stunde.

Der Ablauf im Überblick:

  1. Vorbereitung* Sie erhalten eine örtliche Betäubung oder leichte Narkose
  2. Katheterlegung: Der Chirurg führt den Katheter in eine große Vene ein (meist Vena subclavia oder Vena jugularis)
  3. Platzierung der Kammer: Die Portkammer wird in einer kleinen Hauttasche im Brustbereich positioniert
  4. Verbindung: Katheter und Kammer werden miteinander verbunden
  5. Verschluss: Die Haut wird vernäht

Die meisten Patienten können noch am selben Tag oder am Folgetag nach Hause. Der Port ist nach etwa 1-2 Wochen vollständig eingeheilt und einsatzbereit.

Wann wird ein Port eingesetzt?

Ein Port wird empfohlen, wenn über einen längeren Zeitraum regelmäßige Zugänge zum Blutkreislauf benötigt werden. Typische Einsatzgebiete sind:

Anwendung Beschreibung
Chemotherapie Bei Krebserkrankungen, wenn aggressive Medikamente über die Vene gegeben werden
Parenterale Ernährung Wenn Nährstoffe direkt ins Blut gegeben werden müssen, z.B. bei Kurzdarmsyndrom
Langzeit-Antibiotikatherapie (APAT) Bei schweren Infektionen wie Mukoviszidose oder Osteomyelitis
Schmerztherapie Bei chronischen Schmerzen oder in der Palliativversorgung
Bluttransfusionen Bei regelmäßigem Bedarf an Blutprodukten

Gut zu wissen: Bei confido Care betreuen wir bundesweit Patienten mit Ports – von der Überleitung aus der Klinik bis zur ambulanten Versorgung zu Hause.

Welche Vorteile bietet ein Port?

Ein Port bietet gegenüber herkömmlichen Venenzugängen erhebliche Vorteile:

  • Schonung der Venen: Keine wiederholten Einstiche an Armen oder Händen. Ihre peripheren Venen bleiben intakt.
  • Sichere Medikamentengabe: Der Katheter endet in einer großen, herznahen Vene. Hier können auch aggressive Medikamente sicher verabreicht werden, ohne die Gefäßwände zu schädigen.
  • Langanhaltender Zugang: Ein Port kann mehrere Jahre im Körper verbleiben – bei guter Pflege sogar 5-10 Jahre.
  • Diskrete Platzierung: Unter der Kleidung ist der Port praktisch unsichtbar. Sie können normal duschen, schwimmen und Sport treiben.
  • Mehr Lebensqualität: Weniger Krankenhausaufenthalte, mehr Therapie zu Hause, mehr Unabhängigkeit im Alltag.

Wie wird ein Port gepflegt?

Die richtige Pflege ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihres Ports und zur Vermeidung von Komplikationen.

Regelmäßige Spülung:

Ein Port muss regelmäßig gespült werden – auch wenn er gerade nicht genutzt wird:

  • Bei aktiver Nutzung: Nach jeder Infusion mit Kochsalzlösung spülen
  • Bei Nichtnutzung: Mindestens alle 4-6 Wochen spülen lassen Spüllösung:
  • Kochsalzlösung (NaCl 0,9%), ggf. mit Heparin-Zusatz

Hygiene beim AnstechenSpülung:

  • Nur geschultes medizinisches Fachpersonal sollte den Port anstechen
  • Gründliche Desinfektion der Haut vor jedem Eingriff
  • Verwendung steriler Portnadeln (Huber-Nadeln)
  • Regelmäßiger Nadelwechsel bei liegender Nadel (alle 5-7 Tage)

Warnzeichen erkennen

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder das confido Care Team bei:

  • Rötung, Schwellung oder Überwärmung im Portbereich
  • Schmerzen beim Anstechen oder während der Infusion
  • Fieber oder Schüttelfrost nach Portnutzung
  • Austritt von Flüssigkeit an der Einstichstelle

Mögliche Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch beim Port gewisse Risiken. Komplikationen sind jedoch bei fachgerechter Handhabung selten:

  • Infektionen: Können an der Einstichstelle oder im Blutkreislauf auftreten. Strenge Hygiene minimiert dieses Risiko erheblich.
  • Thrombosen: Blutgerinnsel können sich am Katheter bilden. Regelmäßige Spülung und ggf. Heparin-Gabe beugen vor.
  • Katheterprobleme: Der Katheter kann verstopfen, verrutschen oder in seltenen Fällen brechen. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig.
  • Lokale Beschwerden: Leichte Schmerzen oder Druckgefühl nach dem Einsetzen sind normal und klingen meist nach wenigen Tagen ab.
  • Unser Tipp: Bei confido Care schulen wir Patienten, Angehörige und Pflegedienste im sicheren Umgang mit dem Port. So minimieren wir gemeinsam das Risiko von Komplikationen.
Der Port als Ihr zuverlässiger Begleiter

Fazit: Der Port als Ihr zuverlässiger Begleiter

Ein Portkatheter ist für viele Patienten ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität. Er ermöglicht eine sichere, schonende Langzeittherapie – oft sogar in den eigenen vier Wänden statt im Krankenhaus.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Ein Port bietet einen dauerhaften, sicheren Venenzugang
  • Die Implantation ist ein kleiner, risikoarmer Eingriff
  • Mit der richtigen Pflege kann ein Port viele Jahre halten
  • Regelmäßige Spülung und Hygiene sind entscheidend
  • Bei Warnzeichen sofort medizinisches Fachpersonal kontaktieren

Sie haben weitere Fragen oder benötigen Unterstützung bei der ambulanten Versorgung mit Ihrem Port? Das confido Care Team steht Ihnen bundesweit zur Seite – 24/7 erreichbar, persönlich und kompetent.

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