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Telemedizin: Was heute schon geht und was sie ausbremst

Ein Hausarzt führt täglich 20 bis 50 Videosprechstunden. Wer das anbietet, bekommt Honorarabzug statt Förderung, sagt Dr. Thomas Lipp.

03.09.2026

1 Std. 0 Minuten

Moderation:

Oliver Kleineidam

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Podcast-Cover Direkt ins Blut mit Illustration von Blutgefäß und Lebensmitteln

Das erfährst du in dieser Folge

  1. Warum Dr. Lipp rund 60 Prozent aller Hausarztfälle per Video abklären kann und was daraus 70 bis 75 Prozent macht
  2. Weshalb Ärzte, die Videosprechstunden anbieten, 20 Prozent Honorarabzug bekommen
  3. Was an einem Telemedizin-Tablet hängt: Stethoskop, Dermatoskop, Kamera, Ultraschall
  4. Wie ein Vertrag mit der AOK Plus in Sachsen einem Pflegeheim 8 Euro je angeleiteter Maßnahme vergütet
  5. Wo Oliver Kleineidam die Videoschalte in der ambulanten Infusionstherapie ansetzen würde

Worum es geht

Eine Videosprechstunde dauert wenige Minuten, ein Praxisbesuch kostet Anfahrt, Wartezeit und oft einen halben Tag. Telemedizin ist in Deutschland trotzdem die Ausnahme geblieben. Wer sie anbietet, bekommt Honorarabzug statt Förderung, sagt der Gast dieser Folge.

Dr. Thomas Lipp ist Facharzt für Allgemeinmedizin in Leipzig und führt nach eigener Aussage täglich zwischen 20 und 50 Videosprechstunden. Er beschreibt, welcher Anteil der Hausarztfälle sich aus der Ferne abklären lässt, welche Geräte dafür an einem Tablet hängen und woran eine Ausweitung aus seiner Sicht scheitert: an Abrechnungsregeln, an Mindestliegezeiten, an Systemen, die nicht miteinander sprechen.

Oliver Kleineidam, Geschäftsführer von confido Care, bringt die Sicht des Versorgers ein. Er erzählt von seinem eigenen Telemedizin-Versuch aus dem Jahr 2009, der liegen blieb, von Hausärzten, die eine parenterale Ernährung nicht verordnen wollten, und davon, an welcher Stelle eine Videoschalte den Weg zum Patienten abkürzen könnte. Die Einschätzungen zum Gesundheitssystem geben die Positionen der beiden Gesprächspartner wieder.

Kapitel

00:00  Worum es in dieser Folge geht

02:14  Was Telemedizin ist und wo ihre Grenzen liegen

04:44  Was die Videosprechstunde für Patienten und Praxis ändert

07:21  Wer die Ausweitung ausbremst

10:49  Oliver Kleineidam über Gegenwind bei der Verordnung

22:52  Was eine ambulante Versorgung am Freitagnachmittag verlangt

38:19  Die Technik: Tablet, Stethoskop, Dermatoskop, Ultraschall

50:03  Videosprechstunde im Pflegeheim, das Modell aus Sachsen