Das erfährst du in dieser Folge
- Warum Dr. Lipp rund 60 Prozent aller Hausarztfälle per Video abklären kann und was daraus 70 bis 75 Prozent macht
- Weshalb Ärzte, die Videosprechstunden anbieten, 20 Prozent Honorarabzug bekommen
- Was an einem Telemedizin-Tablet hängt: Stethoskop, Dermatoskop, Kamera, Ultraschall
- Wie ein Vertrag mit der AOK Plus in Sachsen einem Pflegeheim 8 Euro je angeleiteter Maßnahme vergütet
- Wo Oliver Kleineidam die Videoschalte in der ambulanten Infusionstherapie ansetzen würde
Worum es geht
Eine Videosprechstunde dauert wenige Minuten, ein Praxisbesuch kostet Anfahrt, Wartezeit und oft einen halben Tag. Telemedizin ist in Deutschland trotzdem die Ausnahme geblieben. Wer sie anbietet, bekommt Honorarabzug statt Förderung, sagt der Gast dieser Folge.
Dr. Thomas Lipp ist Facharzt für Allgemeinmedizin in Leipzig und führt nach eigener Aussage täglich zwischen 20 und 50 Videosprechstunden. Er beschreibt, welcher Anteil der Hausarztfälle sich aus der Ferne abklären lässt, welche Geräte dafür an einem Tablet hängen und woran eine Ausweitung aus seiner Sicht scheitert: an Abrechnungsregeln, an Mindestliegezeiten, an Systemen, die nicht miteinander sprechen.
Oliver Kleineidam, Geschäftsführer von confido Care, bringt die Sicht des Versorgers ein. Er erzählt von seinem eigenen Telemedizin-Versuch aus dem Jahr 2009, der liegen blieb, von Hausärzten, die eine parenterale Ernährung nicht verordnen wollten, und davon, an welcher Stelle eine Videoschalte den Weg zum Patienten abkürzen könnte. Die Einschätzungen zum Gesundheitssystem geben die Positionen der beiden Gesprächspartner wieder.
Kapitel
00:00 Worum es in dieser Folge geht
02:14 Was Telemedizin ist und wo ihre Grenzen liegen
04:44 Was die Videosprechstunde für Patienten und Praxis ändert
07:21 Wer die Ausweitung ausbremst
10:49 Oliver Kleineidam über Gegenwind bei der Verordnung
22:52 Was eine ambulante Versorgung am Freitagnachmittag verlangt
38:19 Die Technik: Tablet, Stethoskop, Dermatoskop, Ultraschall
50:03 Videosprechstunde im Pflegeheim, das Modell aus Sachsen