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Schwere Infektionen erfordern oft eine wochenlange intravenöse Antibiotikatherapie. Früher bedeutete das einen langen Krankenhausaufenthalt – heute gibt es eine Alternative: die Ambulante Parenterale Antibiotikatherapie, kurz APAT. Bei dieser Behandlungsform erhalten Patienten ihre Antibiotika-Infusionen zu Hause statt in der Klinik. Das spart nicht nur Krankenhausressourcen, sondern ermöglicht den Betroffenen auch mehr Lebensqualität und Normalität im Alltag. Ob nach einer Knocheninfektion, bei Herzklappenentzündung oder chronischen Wundinfektionen – APAT hat sich als sichere und effektive Therapieform etabliert. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie APAT funktioniert, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie die häusliche Versorgung konkret abläuft.
Was ist APAT?
APAT steht für Ambulante Parenterale Antibiotikatherapie. Dabei werden Antibiotika nicht als Tabletten geschluckt, sondern über eine Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht – allerdings nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause oder in einer ambulanten Einrichtung.
Der Begriff "parenteral" bedeutet, dass der Magen-Darm-Trakt umgangen wird. Die Antibiotika gelangen über einen venösen Zugang direkt ins Blut und erreichen so schnell hohe Wirkspiegel am Infektionsort.
APAT kombiniert die Wirksamkeit einer stationären i.v.-Therapie mit dem Komfort der häuslichen Umgebung. International ist dieses Konzept seit Jahrzehnten etabliert – in Deutschland gewinnt es zunehmend an Bedeutung.
Gut zu wissen: Bei confido Care betreuen wir bundesweit Patienten mit APAT – von der Überleitung aus der Klinik bis zur vollständigen Ausheilung der Infektion zu Hause.
Wann wird APAT eingesetzt?
APAT kommt bei Infektionen zum Einsatz, die eine längere intravenöse Antibiotikatherapie erfordern, aber keinen dauerhaften Krankenhausaufenthalt notwendig machen. Typische Indikationen sind:
APAT eignet sich auch zur Weiterbehandlung nach einem Klinikaufenthalt, wenn die akute Phase überstanden ist, aber die Antibiotikatherapie noch fortgesetzt werden muss.
Voraussetzungen für APAT
Nicht jeder Patient ist für eine ambulante Antibiotikatherapie geeignet. Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Behandlung sicher zu Hause durchgeführt werden kann:
Medizinische Voraussetzungen:
- Stabiler Allgemeinzustand – keine akute Verschlechterung zu erwarten
- Geeigneter venöser Zugang – meist Port oder PICC-Linie
- Infektion spricht auf das Antibiotikum an – nachgewiesen durch erste Therapieerfolge
- Keine schweren Begleiterkrankungen, die eine engmaschige Überwachung erfordern
Organisatorische Voraussetzungen:
- Zuverlässige Versorgungsstruktur – Homecare-Unternehmen, ambulanter Pflegedienst
- Erreichbarkeit des behandelnden Arztes für Rückfragen und Kontrollen
- Möglichkeit zur Kühllagerung der Antibiotika
- Bereitschaft des Patienten und ggf. der Angehörigen zur Mitarbeit
- Geeignete häusliche Verhältnisse – Hygiene, Platz für Infusionszubehör
Welche Antibiotika werden bei APAT eingesetzt?
Bei der ambulanten parenteralen Antibiotikatherapie kommen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach dem Erreger, der Art der Infektion und der erforderlichen Therapiedauer:
Besonders gut für APAT geeignet sind Antibiotika mit langer Halbwertszeit, die nur einmal täglich gegeben werden müssen. Bei Antibiotika, die mehrmals täglich infundiert werden müssen, kommen oft Elastomerpumpen oder elektronische Infusionspumpen zum Einsatz.
Wie wird APAT praktisch durchgeführt?
Die ambulante parenterale Antibiotikatherapie erfordert eine sorgfältige Planung und Koordination zwischen Klinik, Arzt, Homecare-Unternehmen und Patient.
Der Ablauf bei confido Care:
- Indikationsstellung: Der behandelnde Arzt im Krankenhaus prüft, ob der Patient für APAT geeignet ist und erstellt einen Therapieplan.
- Überleitung: Wir koordinieren die Entlassung und stellen sicher, dass alle Materialien – Antibiotika, Infusionszubehör, Pumpen – rechtzeitig zu Hause bereitstehen.
- Zugang legen: Falls noch nicht vorhanden, wird ein geeigneter venöser Zugang gelegt – meist ein Port oder eine PICC-Linie.
- Schulung: Patient, Angehörige und ggf. der ambulante Pflegedienst werden im Umgang mit der Infusion geschult.
- Therapiedurchführung: Die Antibiotika werden nach Plan verabreicht – je nach Medikament durch Pflegepersonal, geschulte Angehörige oder den Patienten selbst.
- Monitoring: Regelmäßige Laborkontrollen (Entzündungswerte, ggf. Antibiotikaspiegel) und ärztliche Visiten überwachen den Therapieerfolg.
- Abschluss: Nach Ende der Therapie wird der Zugang entfernt und der Behandlungserfolg dokumentiert.
Verabreichungsformen bei APAT
Je nach Antibiotikum und Infusionshäufigkeit kommen verschiedene Verabreichungsmethoden zum Einsatz:
Die Elastomerpumpe hat sich bei APAT besonders bewährt: Sie ist tragbar, geräuschlos und ermöglicht dem Patienten volle Mobilität während der Infusion.
Vorteile von APAT
Die ambulante parenterale Antibiotikatherapie bietet erhebliche Vorteile für Patienten und das Gesundheitssystem:
Für den Patienten:
Behandlung in gewohnter Umgebung – mehr Komfort und Lebensqualität
Weniger Krankenhausaufenthalte – geringeres Risiko für Krankenhausinfektionen
Alltag und Therapie vereinbar – Familie, Beruf und soziale Kontakte bleiben erhalten
Selbstbestimmung – aktive Beteiligung an der eigenen Behandlung
Für das Gesundheitssystem:
Kosteneinsparung – ambulante Behandlung ist deutlich günstiger als stationäre
Entlastung der Krankenhäuser – Betten werden für akutere Fälle frei
Effiziente Ressourcennutzung – spezialisierte Homecare-Versorgung
Risiken und mögliche Komplikationen
Warnzeichen, bei denen Sie sofort Kontakt aufnehmen sollten:
- Fieber oder Schüttelfrost während oder nach der Infusion
- Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Katheterstelle
- Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot (Hinweis auf allergische Reaktion)
- Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Durchfall oder andere neue Beschwerden
Fazit: APAT – Krankenhausqualität zu Hause
Die ambulante parenterale Antibiotikatherapie verbindet die Wirksamkeit einer stationären i.v.-Behandlung mit dem Komfort der häuslichen Umgebung. Für geeignete Patienten bietet APAT eine sichere, effektive und lebensqualitätserhaltende Alternative zum langen Krankenhausaufenthalt.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
APAT ermöglicht intravenöse Antibiotikatherapie zu Hause.
Typische Indikationen sind Knochen-, Gelenk- und Herzklappenentzündungen.
Die Therapie erfordert einen geeigneten venösen Zugang und engmaschige Überwachung.
Moderne Pumpen ermöglichen eine flexible und mobile Behandlung.
Enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist der Schlüssel zum Erfolg.
Sie haben Fragen zur ambulanten Antibiotikatherapie oder benötigen Unterstützung bei der häuslichen Versorgung? Das confido Care Team steht Ihnen bundesweit zur Seite – 24/7 erreichbar, persönlich und kompetent.



