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Das Körpergewicht allein sagt wenig über den tatsächlichen Gesundheitszustand aus. Ein Patient kann „normalgewichtig" sein und dennoch unter schwerem Muskelschwund leiden. Genau hier setzt die Bioelektrische Impedanzanalyse – kurz BIA – an. Die BIA-Messung ermöglicht einen präzisen Blick unter die Oberfläche: Sie zeigt, wie sich das Körpergewicht auf Muskelmasse, Fettgewebe und Körperwasser verteilt. Für Patienten mit chronischen Erkrankungen, Krebserkrankungen oder Mangelernährung ist diese Information oft entscheidend für den Therapieerfolg. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine BIA-Messung funktioniert, welche Werte gemessen werden und warum diese Methode in der modernen Ernährungstherapie unverzichtbar geworden ist.
Was ist eine BIA-Messung?
Die Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) ist ein modernes, nicht-invasives Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. Anders als eine einfache Waage oder der BMI liefert die BIA detaillierte Informationen darüber, woraus Ihr Körpergewicht tatsächlich besteht.
Das Messprinzip ist einfach: Ein schwacher, nicht spürbarer Wechselstrom wird durch den Körper geleitet. Da verschiedene Gewebearten den Strom unterschiedlich gut leiten – Muskeln besser als Fett – können aus dem gemessenen Widerstand (Impedanz) Rückschlüsse auf die Körperzusammensetzung gezogen werden.
Welche Werte werden bei einer BIA gemessen?
Eine BIA-Messung liefert folgende wichtige Parameter:
Gut zu wissen: Der Phasenwinkel gilt als besonders aussagekräftiger Wert. Er gibt Hinweise auf den Ernährungszustand und kann bei chronischen Erkrankungen wichtige Informationen über den Krankheitsverlauf liefern.
Warum ist die BIA wichtiger als BMI und Körpergewicht?
Der Body-Mass-Index (BMI) hat einen entscheidenden Nachteil: Er unterscheidet nicht zwischen Muskelmasse und Fettgewebe. Ein durchtrainierter Sportler kann laut BMI „übergewichtig" sein, während ein älterer Patient mit erheblichem Muskelschwund als „normalgewichtig" eingestuft wird.
Typische Problemsituationen:
- Krebspatienten können trotz stabilem Gewicht Muskeln verlieren und Wasser einlagern
- Ältere Menschen verlieren oft schleichend Muskelmasse (Sarkopenie), ohne dass sich das Gewicht ändert
- Patienten mit Ödemen erscheinen schwerer, obwohl die tatsächliche Körpermasse abnimmt
Die BIA macht diese verborgenen Veränderungen sichtbar und ermöglicht eine gezielte Therapieanpassung.
Wie läuft eine BIA-Messung ab?
Die BIA-Messung ist schnell, schmerzfrei und kann ambulant oder zu Hause durchgeführt werden.
Der Ablauf im Überblick:
1. Vorbereitung: Sie liegen oder sitzen entspannt. Idealerweise sollten Sie nüchtern sein und vorher nicht intensiv Sport getrieben haben.
2. Elektroden anlegen: Kleine Klebeelektroden werden an Hand und Fuß befestigt – meist auf der rechten Körperseite.
3. Messung: Das Gerät sendet einen schwachen Wechselstrom durch den Körper. Die Messung selbst dauert nur wenige Sekunden.
4. Auswertung: Die Software berechnet aus den Messwerten die Körperzusammensetzung. Das Ergebnis liegt sofort vor und kann direkt besprochen werden.
Wichtig: Für aussagekräftige Verlaufsmessungen sollten die Bedingungen möglichst gleich sein – gleiche Tageszeit, ähnlicher Hydrationsstatus, gleiches Gerät.

Wann wird eine BIA-Messung eingesetzt?
Die BIA hat sich in verschiedenen medizinischen Bereichen etabliert:
Unser Tipp: Bei confido Care setzen wir die BIA-Messung als festen Bestandteil der Ernährungsberatung ein – sowohl beim Erstgespräch als auch zur regelmäßigen Verlaufskontrolle bei der häuslichen Versorgung.
Vorteile der BIA-Messung
Die Bioelektrische Impedanzanalyse bietet gegenüber anderen Methoden erhebliche Vorteile:
- Nicht-invasiv: Keine Nadeln, keine Strahlenbelastung, völlig schmerzfrei
- Schnell: Die Messung dauert nur wenige Sekunden
- Mobil einsetzbar: Moderne BIA-Geräte können auch zu Hause verwendet werden
- Kosteneffizient: Deutlich günstiger als CT oder MRT
- Wiederholbar: Beliebig oft durchführbar für Verlaufskontrollen
- Objektiv: Liefert reproduzierbare Messwerte für die Dokumentation
Grenzen und Einschränkungen der BIA
Trotz ihrer Vorteile hat die BIA auch Einschränkungen:
Herzschrittmacher: Bei Patienten mit implantierten elektronischen Geräten ist Vorsicht geboten
Extreme Adipositas: Die Genauigkeit kann bei sehr hohem Körperfettanteil eingeschränkt sein
Akute Erkrankungen: Fieber oder starke Flüssigkeitsverschiebungen können die Messung verfälschen
Schwangerschaft: Nur eingeschränkt aussagekräftig
Hinweis: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater, ob eine BIA-Messung für Ihre Situation geeignet ist.
Fazit: Die BIA als wichtiges Werkzeug in der Ernährungstherapie
Die Bioelektrische Impedanzanalyse macht sichtbar, was Waage und BMI verbergen. Sie ermöglicht eine präzise Beurteilung des Ernährungszustands und hilft dabei, Therapien individuell anzupassen und den Erfolg objektiv zu dokumentieren.
Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Die BIA misst Fett-, Muskel- und Wassermasse – nicht nur das Gesamtgewicht
- Sie ist genauer als BMI und Körpergewicht allein
- Die Messung ist schnell, schmerzfrei und kann zu Hause durchgeführt werden
- Besonders wichtig bei Mangelernährung, Krebserkrankungen und chronischen Leiden
- Regelmäßige Messungen ermöglichen eine optimale Therapiesteuerung
Sie haben Fragen zur BIA-Messung oder möchten Ihren Ernährungszustand professionell beurteilen lassen? Das confido Care Team steht Ihnen bundesweit zur Seite – 24/7 erreichbar, persönlich und kompetent.



