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Der Dokumentarfilm über Yvonnes erstes Metal-Festival feierte am 22. Juli Premiere in Essen. Ab sofort läuft er in voller Länge auf YouTube.
Der Abend in Essen
Vor einigen Wochen haben wir „Diagnose: Festivalfieber" an dieser Stelle angekündigt. Gestern Abend war es so weit. Im Eulenspiegel Filmtheater an der Steeler Straße lief der Film zum ersten Mal auf großer Leinwand. Ein voller Saal, viele Gäste, und eine Geschichte, die den Raum erst still werden und ihn am Ende gemeinsam aufatmen ließ.
Parallel zur Kinopremiere ist der Film auf YouTube erschienen, in voller Länge und frei zugänglich.
Worum es in „Diagnose: Festivalfieber" geht
Der Film erzählt die Geschichte von Yvonne aus Duisburg. Vor neun Jahren hat sie ein multiples Organversagen überlebt. Geblieben ist ein Kurzdarmsyndrom. Seither ist sie auf parenterale Ernährung und Flüssigkeit über einen Port angewiesen, dazu seit zehn Jahren auf ein Stoma, einen künstlichen Darmausgang.
Lange hat sie sich einen Traum nicht zugetraut: einmal auf ein mehrtägiges Festival.
Ich habe mich nie so wirklich getraut. (Yvonne)
Zu groß war die Sorge um den Port, um die Versorgung, um all das, was ein Festival unmöglich erscheinen lässt. 2025 hat sie es trotzdem gewagt. Gemeinsam mit ihrem Partner Jörg, ihrem, wie sie sagt, „kleinen Bodyguard", ist sie vier Tage zum Summer Breeze Open Air nach Dinkelsbühl gefahren, mitten unter 45.000 Menschen. Regisseur Andy Brings und sein Team von Twinflame Productions haben sie dabei begleitet.
Was in diesen 49 Minuten entstanden ist, ist kein Film über Krankheit. Es ist ein Film über Lebensfreude. Über die Frage, was möglich wird, wenn Menschen zusammenhalten.
Wie der Film entstanden ist
Angefangen hat alles mit unserem Podcast „Direkt ins Blut". Andy Brings produziert ihn gemeinsam mit seiner Partnerin für uns, im Gespräch mit Mitarbeitenden, Versorgungsmanagern und Patienten. Yvonne war eine dieser Gesprächspartnerinnen. Das Aufnahmestudio liegt im vierten Stock, sie hat sich hochgekämpft und war anschließend bester Dinge. Aus diesem Nachmittag ist die Idee zum Film entstanden.
Andy Brings ist seit rund 35 Jahren in der Rock- und Metalszene unterwegs, als Musiker, Produzent und Filmemacher. Für „Diagnose: Festivalfieber" hat er sich bewusst gegen eine Feelgood-Doku entschieden. Man sieht die Anstrengung. Man sieht die Momente, in denen der Plan wackelt.
Was hinter Yvonnes Festivalwochenende steckt
Damit diese Reise gelingen konnte, brauchte es Planung. Genau hier beginnt unsere Rolle in diesem Film. Versorgungsmanager Holger Kaufmann kennt Yvonne seit Langem. Er organisiert ihre Portnadeln, ihre parenterale Ernährung und ihre Hilfsmittel. In der Regel einmal pro Woche wird die Portnadel gewechselt, jedes Mal ein Eingriff, bei dem alles stimmen muss.
Für das Festival hat Holger zum Telefon gegriffen. Ein Anruf bei unserer Kollegin Yeliz Bauer, Pflegefachkraft in Bayern. Ihre Antwort im Film ist einer der schönsten Momente: „Das könnte sogar ich übernehmen. Ich bin nämlich in der Ecke." So wurde der Portnadelwechsel mitten im Festivalwochenende im Hotel in Dinkelsbühl möglich.
Für mich ist Confido Sicherheit. (Yvonne)
Confido heißt übersetzt „ich vertraue". Für uns ist das kein Slogan, sondern Auftrag. Yvonnes Geschichte zeigt, worum es bei ambulanter Infusionstherapie im Kern geht: dass sich die Versorgung dem Leben anpasst, nicht das Leben der Versorgung.
Was ist parenterale Ernährung?
Bei der parenteralen Ernährung erhalten Patientinnen und Patienten Nährstoffe und Flüssigkeit direkt über die Vene, unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts. Sie kommt zum Einsatz, wenn Menschen nicht essen können oder der Darm keine Nährstoffe mehr aufnimmt. Bei chronischem Bedarf läuft die Versorgung zu Hause über einen Port, einen dauerhaft unter der Haut liegenden Zugang. Mehr dazu: Was ist parenterale Ernährung?
Heavy Metal als Familie
Der Film lebt auch von den Stimmen der Szene. Schmier von Destruction bringt es auf den Punkt: „Man lebt nur einmal, und auch wenn es dir nicht gut geht, genieße das Leben." Marcus Siepen von Blind Guardian sagt einen Satz, der bleibt: Das Erlebnis eines Live-Konzerts dürfe man niemandem wegen einer körperlichen Einschränkung vorenthalten.
Dazu Achim Ostertag, Mitgründer des Summer Breeze Open Air, der Verein Metality e. V. und Helfer, die spontan einen Rollstuhl besorgen, als es darauf ankommt. Eine Szene zeigt einen Rollstuhlfahrer beim Crowdsurfen. Das, sagt Schmier, sehe man nur im Metal. Es ist diese Haltung, die den Film trägt. Niemand wird geschont, niemand ausgeschlossen. Es wird angepackt.
Warum uns dieser Film wichtig ist
Wir begleiten seit über 18 Jahren Menschen bundesweit zu Hause, rund um die Uhr. Menschen, die nicht mehr auf natürlichem Weg essen können und Infusionstherapie brauchen, um ihren Alltag zu leben. Die allermeisten dieser Geschichten passieren leise, in Wohnzimmern und Küchen, weit weg von einer Bühne.
Wie wenig darüber bekannt ist, hat Andy Brings im Interview mit dem METAL HAMMER selbst beschrieben: Als sein Vater 2014 an Krebs erkrankte, hat er ihn angefahren, warum er denn nicht esse. Sein Vater konnte es einfach nicht. Von der Möglichkeit einer parenteralen Ernährung zu Hause hatte die Familie damals nie gehört.
Genau das ist der Punkt. „Diagnose: Festivalfieber" holt eine dieser Geschichten ins Licht. Nicht, um Mitleid zu wecken, sondern um zu zeigen, was geht.
Es war das erste Festival, aber bestimmt nicht das letzte. (Yvonne)
Für diesen einen Satz hat sich jede Mühe gelohnt.
Pressestimmen zum Film
- METAL HAMMER: Interview mit Andy Brings, das komplette Special steht in der Augustausgabe 2026
- Rock Hard, metal.de, METALGLORY und metal-heads.de haben den Film im Vorfeld angekündigt
- Die Ruhrbarone haben über die Premiere in Essen berichtet
Jetzt ansehen
Der Film in voller Länge auf YouTube: „Diagnose: Festivalfieber" ansehen.
Alle Informationen zur Kinopremiere finden Sie bei den Essener Filmkunsttheatern: zur Veranstaltungsseite.
Wenn Sie Fragen zur ambulanten Infusionstherapie haben, für sich selbst oder für einen Angehörigen, sind wir für Sie da.
Rund um die Uhr unter 0251 32261-350 oder über unser Kontaktformular.


