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Wenn Essen nicht mehr möglich ist oder der Darm Nährstoffe nicht aufnehmen kann, können Nährstoffe direkt über die Blutbahn zugeführt werden. Wie parenterale Ernährung funktioniert, wann sie eingesetzt wird und worauf Sie bei der häuslichen Versorgung achten.
Parenterale Ernährung ermöglicht die Versorgung des Körpers mit allen wichtigen Nährstoffen direkt über die Blutbahn. Sie wird eingesetzt, wenn Essen und Trinken über den Magen-Darm-Trakt vorübergehend oder dauerhaft nicht ausreichend möglich sind — zum Beispiel nach größeren Operationen, bei bestimmten Tumorerkrankungen oder bei chronischen Darmerkrankungen.
Für Betroffene und Angehörige wirft diese Form der Ernährung oft viele Fragen auf. In diesem Ratgeber erfahren Sie verständlich erklärt, wie die parenterale Ernährung funktioniert, wann sie notwendig wird und worauf Sie bei der Versorgung zu Hause achten sollten. So erhalten Sie einen Überblick über die Behandlung und hilfreiche Informationen für den Alltag.
Was ist parenterale Ernährung?
Die parenterale Ernährung ist eine medizinische Form der Nährstoffversorgung. Dabei werden lebenswichtige Nährstoffe wie Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Spurenelemente und Flüssigkeit nicht über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, sondern direkt über die Blutbahn verabreicht. Der Begriff „parenteral" stammt aus dem Griechischen: para bedeutet „neben" und enteron „Darm". Wörtlich übersetzt erfolgt die Ernährung also „am Darm vorbei".
Die Nährstofflösung wird in der Regel über einen speziellen Venenzugang verabreicht, beispielsweise über einen Zentralvenenkatheter oder einen Portkatheter. Diese Zugänge ermöglichen eine sichere und zuverlässige Versorgung über eine große Vene. Eine parenterale Ernährung kommt zum Einsatz, wenn der Körper vorübergehend oder dauerhaft nicht ausreichend über den Magen-Darm-Trakt ernährt werden kann.
Parenterale Ernährung als Teil der klinischen Ernährung
Die parenterale Ernährung ist ein zentraler Baustein der modernen klinischen Ernährung — international auch als Clinical Nutrition bezeichnet. Sie zählt zu den Verfahren der künstlichen Ernährung und kommt überall dort zum Einsatz, wo die natürliche Nahrungsaufnahme nicht ausreicht oder vorübergehend nicht möglich ist.
Im klinischen Alltag werden zwei Grundformen der künstlichen Ernährung unterschieden: Während die enterale Ernährung den Magen-Darm-Trakt nutzt und Nährstoffe über eine Sonde direkt in Magen oder Dünndarm leitet, umgeht die parenterale Ernährung den Verdauungstrakt vollständig und versorgt den Körper direkt über die Blutbahn. Beide Verfahren ergänzen sich häufig im Rahmen einer parenteralen Ernährungstherapie und werden interdisziplinär geplant — durch behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte sowie Ernährungsmediziner. Ziel ist immer dieselbe Zielsetzung: den Körper bedarfsgerecht zu versorgen und eine Mangelernährung zu vermeiden oder bestehende Defizite auszugleichen.
Welche Formen der parenteralen Ernährung gibt es?
Je nach gesundheitlicher Situation kann die parenterale Ernährung unterschiedlich eingesetzt werden. Fachleute unterscheiden dabei zwischen einer vollständigen (totalen) und einer ergänzenden (partiellen) parenteralen Ernährung.
Bei der totalen parenteralen Ernährung (TPE) erhält der Körper alle benötigten Nährstoffe ausschließlich über die Blutbahn. Diese Form wird eingesetzt, wenn der Magen-Darm-Trakt vorübergehend oder dauerhaft nicht ausreichend genutzt werden kann und eine normale Ernährung nicht möglich ist.
Die partielle parenterale Ernährung ergänzt dagegen die normale Nahrungsaufnahme oder eine Ernährung über eine Sonde/Trinknahrung (enterale Ernährung). Sie kommt zum Einsatz, wenn der Körper zwar noch einen Teil der benötigten Nährstoffe über den Verdauungstrakt aufnehmen kann, dies jedoch nicht ausreicht, um den gesamten Bedarf zu decken. Die fehlenden Nährstoffe werden dann zusätzlich über die Vene verabreicht. Welche Form der parenteralen Ernährung für einen Menschen geeignet ist, wird individuell entschieden. Dabei wird berücksichtigt, wie gut der Magen-Darm-Trakt noch arbeitet, wie hoch der Nährstoffbedarf ist und ob die Unterstützung nur für kurze Zeit oder über einen längeren Zeitraum benötigt wird. Ziel ist es stets, den Körper bestmöglich zu versorgen und Mangelernährung vorzubeugen.
Wann wird parenterale Ernährung eingesetzt?
Eine parenterale Ernährung kommt dann infrage, wenn der Körper nicht ausreichend über den Magen-Darm-Trakt mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt werden kann. Dies kann beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen des Darms, nach Operationen oder bei ausgeprägten Resorptionsstörungen der Fall sein.
Die Entscheidung für eine parenterale Ernährung wird von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten getroffen und erfolgt häufig in Zusammenarbeit mit ernährungsmedizinisch qualifizierten Fachkräften. Grundlage sind die individuelle Erkrankung, der Ernährungszustand sowie der persönliche Nährstoffbedarf des Patienten.
Ziel der Therapie ist es, einer Mangelernährung vorzubeugen oder bestehende Defizite auszugleichen. Die Zusammensetzung der Nährstofflösung wird dabei individuell an die Bedürfnisse und die gesundheitliche Situation des jeweiligen Patienten angepasst.
Die häufigsten medizinischen Situationen, in denen eine parenterale Ernährung verordnet wird, im Überblick:
Woraus besteht eine parenterale Nährlösung?
Eine parenterale Nährlösung versorgt den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, die normalerweise über die tägliche Ernährung aufgenommen werden. Sie wird individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten abgestimmt und kann je nach Erkrankung, Ernährungszustand und Laborwerten unterschiedlich zusammengesetzt sein.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bestandteile einer Nährlösung und ihre jeweilige Funktion im Körper:
Damit die Versorgung möglichst genau auf den Bedarf abgestimmt ist, werden die Zusammensetzung der Nährlösung und die Nährstoffmengen regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Dabei fließen unter anderem Laborwerte, die Grunderkrankung und die aktuelle körperliche Situation des Patienten in die Planung ein.

In der häuslichen Versorgung kommen heute häufig sogenannte Dreikammerbeutel zum Einsatz. Sie enthalten die wichtigsten Nährstoffe — Aminosäuren, Glukose und Fette — zunächst in getrennten Kammern. Erst unmittelbar vor der Anwendung werden die einzelnen Bestandteile miteinander vermischt. Dieses Verfahren trägt zu einer hohen Qualität und Sicherheit der Nährlösung bei und erleichtert gleichzeitig die Handhabung im Alltag.
Standardinfusionslösungen und individuelle Mischungen
Bei der Durchführung einer parenteralen Ernährungstherapie kommen heute zwei grundsätzliche Konzepte zum Einsatz: vorgefertigte Standardinfusionslösungen und individuell hergestellte Mischungen.
Standardinfusionslösungen sind industriell produzierte Infusionslösungen mit einer definierten Zusammensetzung. Sie liegen meist als Dreikammerbeutel vor und decken den Bedarf einer breiten Patientengruppe ab. Vorteil: Sie sind schnell verfügbar, qualitätsgesichert und für die häusliche Anwendung gut handhabbar. Für viele Patientinnen und Patienten lässt sich der tägliche Energie- und Nährstoffbedarf mit Standardinfusionslösungen sicher decken.
Individuelle Infusionslösungen werden hingegen in spezialisierten Apotheken nach ärztlicher Verordnung gemischt. Die Zusammensetzung und Menge der enthaltenen Nährstoffe — Aminosäuren, Glukose, Fette, Elektrolyte, Vitamine und Spurenelemente — werden dabei exakt an den persönlichen Bedarf des Patienten angepasst. Diese Form kommt insbesondere bei sehr speziellen Indikationen oder Stoffwechselsituationen zum Einsatz.
Welche Variante im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam in enger Abstimmung mit dem versorgenden Homecare-Partner — orientiert an Laborwerten, Grunderkrankung und den Anforderungen des Alltags.
Ziel der parenteralen Ernährung ist es, den Körper zuverlässig mit allen lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen, wenn dies über den Magen-Darm-Trakt nicht oder nicht ausreichend möglich ist.
Wie wird parenterale Ernährung verabreicht?
Bei der parenteralen Ernährung werden die Nährstoffe über einen speziellen Venenzugang direkt in die Blutbahn geleitet. Auf diese Weise kann der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden, auch wenn eine ausreichende Ernährung über den Magen-Darm-Trakt nicht möglich ist.
Welcher Venenzugang verwendet wird, hängt von der individuellen Situation und der voraussichtlichen Dauer der Therapie ab. Gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten wird die für den Patienten am besten geeignete Lösung ausgewählt.
Für eine längerfristige Ernährungstherapie wird häufig ein Portkatheter eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Zugang unter der Haut, der im Alltag kaum sichtbar ist und eine zuverlässige Versorgung über einen längeren Zeitraum ermöglicht.
Eine weitere Möglichkeit ist ein zentraler Venenkatheter, beispielsweise ein Hickman-Katheter oder eine PICC-Line. Diese Zugänge werden über eine Vene eingeführt und können über Wochen, Monate oder — je nach Situation — auch länger genutzt werden.
Welcher Zugang im Einzelfall gewählt wird, richtet sich unter anderem nach der Grunderkrankung, der geplanten Therapiedauer und den persönlichen Bedürfnissen des Patienten. Das Behandlungsteam informiert ausführlich über die jeweiligen Vor- und Nachteile und unterstützt bei der sicheren Anwendung im Alltag.
Für viele Betroffene wird die parenterale Ernährung nach einer entsprechenden Schulung zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens. Mit der richtigen Unterstützung lässt sich die Therapie häufig gut in den gewohnten Alltag integrieren.
Parenterale Ernährung zu Hause — wie die Versorgung im Alltag funktioniert
Die Aussicht auf eine parenterale Ernährung zu Hause wirft bei vielen Patienten und Angehörigen zunächst Fragen auf. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Unterstützung lässt sich die Therapie heute sicher und zuverlässig im häuslichen Umfeld durchführen.
Niemand wird mit dieser Aufgabe allein gelassen. Vor Beginn der häuslichen Versorgung erhalten Patienten und Angehörige eine umfassende Einweisung. Schritt für Schritt wird erklärt, wie die Ernährung verabreicht wird, worauf im Umgang mit dem Venenzugang zu achten ist und an wen man sich bei Fragen wenden kann.
Spezialisierte Homecare-Versorger begleiten die Therapie im Alltag. Sie kümmern sich um die Versorgung mit Nährlösungen, Pumpen und weiterem benötigtem Material und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei Bedarf unterstützen geschulte Pflegekräfte zusätzlich bei der Anwendung und Kontrolle der Therapie.
Ein enger Austausch zwischen Klinik, behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Pflegediensten und Homecare-Experten sorgt dafür, dass die Versorgung gut abgestimmt ist. So können Veränderungen früh erkannt und die Therapie bei Bedarf angepasst werden.
Für viele Betroffene bedeutet die parenterale Ernährung zu Hause vor allem eines: Sie können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, Zeit mit Familie und Freunden verbringen und ihren Alltag möglichst selbstbestimmt gestalten — bei gleichzeitig sicherer und professioneller Betreuung.
Mehr erfahren: Detaillierte Informationen zur ambulanten Versorgung mit parenteraler Ernährung zu Hause — inklusive Ablauf, Vertrauens-Faktoren und Kontaktwegen — finden Sie auf unserer Service-Seite parenterale Ernährung zu Hause.
Hygiene und Pflege — worauf Sie achten sollten
Eine sorgfältige Hygiene ist bei der parenteralen Ernährung besonders wichtig. Der Venenzugang benötigt regelmäßige Pflege, damit die Ernährung sicher durchgeführt werden kann. Dazu gehören die hygienische Handhabung des Katheters sowie die regelmäßige Kontrolle des Zugangs auf Auffälligkeiten.
Viele Patienten und Angehörige haben anfangs Respekt vor diesen Abläufen. Das ist ganz normal. Deshalb erfolgt vor Beginn der häuslichen Versorgung eine ausführliche Schulung. Schritt für Schritt wird erklärt und geübt, wie die einzelnen Handgriffe sicher durchgeführt werden.
Auch nach der Einweisung stehen erfahrene Fachkräfte bei Fragen oder Unsicherheiten zur Verfügung. So können Patienten und Angehörige die parenterale Ernährung im Alltag sicher und selbstständig durchführen.
Regelmäßige Kontrollen und Sicherheit der Therapie
Die parenterale Ernährung wird individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Damit die Behandlung dauerhaft sicher und wirksam bleibt, sind regelmäßige ärztliche und pflegerische Kontrollen wichtig.
Dabei werden unter anderem das Körpergewicht, der Ernährungszustand sowie verschiedene Blutwerte überprüft. Diese Untersuchungen helfen dabei, die Versorgung optimal anzupassen und den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
Im Verlauf der Behandlung können Veränderungen auftreten, die eine Anpassung der Therapie erforderlich machen. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen bestimmter Laborwerte oder Auffälligkeiten am Venenzugang. Auch das persönliche Befinden, der Flüssigkeitshaushalt und die individuelle Ernährungssituation werden regelmäßig berücksichtigt.
Durch die enge Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften sowie Ernährungsexperten können mögliche Probleme meist früh erkannt und gezielt behandelt werden. So trägt die regelmäßige Betreuung dazu bei, die Sicherheit der Therapie zu gewährleisten und die Lebensqualität der Patienten bestmöglich zu erhalten.
Mögliche Komplikationen
Wie bei jeder medizinischen Therapie können auch bei der parenteralen Ernährung Komplikationen auftreten. Bei fachgerechter Durchführung sind diese jedoch selten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten möglichen Komplikationen sowie deren Ursachen und Vorbeugemaßnahmen:
Fazit — sicher leben mit parenteraler Ernährung
Die parenterale Ernährung kann Menschen unterstützen, wenn eine ausreichende Ernährung über den Magen-Darm-Trakt nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Sie hilft dabei, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und kann so Kraft, Wohlbefinden und Lebensqualität erhalten oder verbessern.
Gerade zu Beginn bringt die Behandlung oft viele neue Fragen und Herausforderungen mit sich. Mit einer guten Schulung, regelmäßiger Betreuung und der Unterstützung durch erfahrene Fachkräfte können Patienten und Angehörige jedoch Sicherheit im Umgang mit der Therapie gewinnen.
Heute ist die parenterale Ernährung problemlos zu Hause möglich. Sie kann dabei helfen, den Alltag weiterhin aktiv zu gestalten und ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Niemand muss diesen Weg allein gehen — behandelnde Ärzte, Pflegefachkräfte und Ernährungsexperten begleiten und unterstützen während der gesamten Behandlung.
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Häufige Fragen zu dem Thema
Was ist totale parenterale Ernährung (TPE)?
Totale parenterale Ernährung (Abkürzung: TPE) bezeichnet die vollständige Versorgung eines Patienten mit allen Nährstoffen ausschließlich über die Vene. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Magen-Darm-Trakt überhaupt keine Nährstoffaufnahme mehr leisten kann — etwa beim Kurzdarmsyndrom oder nach schweren Komplikationen einer Operation. Im Gegensatz dazu ergänzt die partielle parenterale Ernährung nur einen Teil des Nährstoffbedarfs.
Hat man bei parenteraler Ernährung Stuhlgang?
Ja — in den meisten Fällen findet auch unter parenteraler Ernährung weiterhin Stuhlgang statt, allerdings deutlich seltener, in geringerer Menge und in veränderter Konsistenz als bei normaler oraler Ernährung. Der Darm produziert auch ohne Nahrungszufuhr weiterhin Verdauungssäfte und abgestoßene Schleimhautzellen, die ausgeschieden werden müssen. Wer parallel zur Ernährung über die Vene noch oral isst oder eine partielle parenterale Ernährung erhält, hat in der Regel einen häufigeren Stuhlgang. Bei vollständiger (totaler) parenteraler Ernährung reduziert sich der Stuhlgang oft auf wenige Male pro Woche. Veränderungen — etwa anhaltend ausbleibender Stuhlgang, Durchfall oder Blut im Stuhl — sollten ärztlich abgeklärt werden.
Welche Nebenwirkungen hat parenterale Ernährung?
Wie jede medizinische Therapie kann auch die parenterale Ernährung Nebenwirkungen oder Komplikationen mit sich bringen. Zu den häufigsten zählen Katheter-assoziierte Infektionen (vor allem bei unzureichender Hygiene), Stoffwechselentgleisungen wie Blutzuckerschwankungen, Elektrolytstörungen sowie längerfristig mögliche Veränderungen der Leberwerte. Durch eine sorgfältige Durchführung der Therapie, regelmäßige ärztliche Kontrollen und eine gut geschulte Anwendung im Alltag lassen sich diese Risiken in der Regel deutlich reduzieren. Auffälligkeiten wie Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Katheterstelle sollten unverzüglich dem Behandlungsteam gemeldet werden. Die Sicherheit der Therapie wird durch das Zusammenspiel aus medizinischer Überwachung, hygienischer Anwendung und persönlicher Schulung gewährleistet.
Wie lange kann man mit parenteraler Ernährung leben?
Parenterale Ernährung kann je nach medizinischer Notwendigkeit nur für kurze Zeit oder über viele Jahre, bei chronischem Darmversagen auch lebenslang, durchgeführt werden. Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit Home Parenteral Nutrition (HPN) bei guter Versorgung und engmaschiger Kontrolle Lebenserwartungen erreichen können, die sich der allgemeinen Bevölkerung annähern (ESPEN HPN-Guideline 2020). Entscheidend sind eine sorgfältige Hygiene, regelmäßige Laborkontrollen sowie ein eingespieltes Versorgungsteam aus behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften und Ernährungsexperten.
Kann ich mit parenteraler Ernährung normal leben?
Ja. Viele Menschen mit parenteraler Ernährung können ihren Alltag weitgehend wie gewohnt gestalten. Häufig wird die Ernährung nachts verabreicht, sodass tagsüber Zeit für Arbeit, Familie, Freunde und Freizeit bleibt. Auch Reisen sind in vielen Fällen möglich. Wichtig ist, die empfohlenen Hygienemaßnahmen einzuhalten und die regelmäßigen ärztlichen Kontrollen wahrzunehmen.
Ist parenterale Ernährung schmerzhaft?
Die Verabreichung der parenteralen Ernährung selbst ist in der Regel nicht schmerzhaft. Bei einem Port muss vor Beginn der Infusion eine spezielle Nadel durch die Haut in die Portkammer eingeführt werden. Dieser kurze Einstich kann spürbar sein. Bei einem Hickman-Katheter wird die Infusion direkt an den vorhandenen Katheter angeschlossen, sodass kein Nadelstich erforderlich ist. Während der eigentlichen Infusion über mehrere Stunden bemerken die meisten Patienten die Ernährung nicht. Treten Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder ein Druckgefühl an der Katheter- oder Einstichstelle auf, sollte das Behandlungsteam informiert werden.
Wie lange kann man parenteral ernährt werden?
Parenterale Ernährung kann sowohl kurzzeitig (Tage bis Wochen, etwa nach Operationen) als auch langfristig über Jahre durchgeführt werden. Bei chronischem Darmversagen ist eine dauerhafte parenterale Versorgung möglich — viele Patienten leben damit über Jahrzehnte ein selbstbestimmtes Leben zu Hause. Entscheidend ist eine engmaschige medizinische Betreuung mit regelmäßiger Überwachung der Stoffwechsel-, Elektrolyt- und Leberwerte.
Was ist der Unterschied zwischen enteraler und parenteraler Ernährung?
Enterale Ernährung nutzt den natürlichen Verdauungsweg — Nahrung wird direkt in den Magen oder Dünndarm gegeben, meist über eine Sonde. Parenterale Ernährung umgeht den Verdauungstrakt vollständig: Die Nährstoffe gelangen über einen Venenzugang direkt in die Blutbahn. Welche Form geeignet ist, hängt davon ab, ob der Magen-Darm-Trakt funktionsfähig ist.
Was bedeutet „parenteral"?
„Parenteral" stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „neben dem Darm" (von para = neben und enteron = Darm). In der Medizin bezeichnet der Begriff die Zufuhr von Nährstoffen oder Medikamenten unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts — meist direkt in die Blutbahn. Parenterale Ernährung ist also die Versorgung mit Nährstoffen direkt über die Vene.
Wie lange dauert parenterale Ernährung?
Die Dauer der parenteralen Ernährung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Sie hängt davon ab, wie viel Unterstützung Ihr Körper braucht und wie schnell sich Ihre Situation verbessert. Dabei spielen zwei Zeitspannen eine Rolle: die tägliche Infusionsdauer und die Gesamtdauer der Therapie. Eine parenterale Ernährung dauert pro Tag in der Regel zehn bis sechzehn Stunden. Oft wird sie nachts durchgeführt, ganz in Ruhe zu Hause, während Sie schlafen. Über eine kleine Pumpe läuft die Nährlösung langsam durch einen Katheter oder Port direkt in Ihre Blutbahn. Wie lange Sie die parenterale Ernährung insgesamt benötigen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Kurzfristig — also über einige Tage bis wenige Wochen — kann sie zum Beispiel nach einer Operation oder bei vorübergehender Schwäche zum Einsatz kommen. Mittelfristig über mehrere Wochen oder Monate begleitet sie etwa längere Krebstherapien oder chronische Entzündungen des Verdauungstrakts. Langfristig oder dauerhaft, über Monate oder Jahre, wird sie notwendig, wenn Ihr Körper dauerhaft nicht ausreichend Nahrung über den Darm aufnehmen kann — zum Beispiel beim Kurzdarmsyndrom. confido Care begleitet Sie während der gesamten Therapie — individuell, sicher und mit einem festen Ansprechpartner, der Ihre Situation kennt und für Sie da ist.
Welche Risiken gibt es bei parenteraler Ernährung?
Wie bei jeder medizinischen Therapie gibt es auch bei der parenteralen Ernährung mögliche Risiken. Wichtig ist: Wenn die Versorgung fachgerecht durchgeführt wird — wie bei confido Care — sind ernsthafte Komplikationen selten. Zu den möglichen Risiken zählen Infektionen an der Einstichstelle oder im Katheter, Störungen im Blutzuckerspiegel oder im Salzhaushalt — vor allem bei sehr langer Anwendung — sowie technische Probleme mit dem Zugang oder der Pumpe. Deshalb wird die Therapie regelmäßig kontrolliert. Unsere Fachkräfte achten genau auf Hygiene, zeigen Ihnen alle Schritte in Ruhe und sind jederzeit erreichbar, damit Risiken früh erkannt und vermieden werden können.
Wie wird parenterale Ernährung verabreicht?
Die Nährlösung wird über einen speziellen Zugang direkt in die Blutbahn geleitet – also nicht über den Magen oder Darm. Dafür gibt es meist einen sogenannten Zentralvenenkatheter oder Port, der unter die Haut gelegt wird. Darüber bekommt Ihr Körper alle wichtigen Nährstoffe: Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente – genau so dosiert, wie Sie es brauchen. Sie können die Ernährung zu Hause bekommen – oft nachts oder während Sie sich ausruhen. Die Technik ist sicher, modern und wird Ihnen Schritt für Schritt erklärt. Und wenn etwas unklar ist, ist immer jemand erreichbar.
Wer benötigt parenterale Ernährung?
Es gibt viele Menschen, die vorübergehend oder dauerhaft auf parenterale Ernährung angewiesen sind. Das betrifft zum Beispiel Personen nach schweren Operationen, etwa am Magen oder Darm, sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Kurzdarmsyndrom, Morbus Crohn oder Krebs. Auch wer durch eine Chemotherapie oder andere Behandlungen stark geschwächt ist, profitiert in vielen Fällen davon. Hinzu kommen Menschen mit schweren Essstörungen oder Mangelernährung sowie ältere Menschen und Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die keine Nahrung mehr ausreichend aufnehmen können. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 40.000 bis 50.000 Menschen mit parenteraler Ernährung versorgt — viele davon ganz normal zu Hause. Sie sind also kein Einzelfall. Mit moderner Technik, erfahrenen Fachkräften und der richtigen Betreuung gelingt die Versorgung sicher und oft unauffällig im Alltag.
Was ist parenterale Ernährung?
Parenterale Ernährung bedeutet, dass Sie alle wichtigen Nährstoffe — Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente — direkt über einen Zugang in die Blutbahn erhalten. Sie wird dann notwendig, wenn Ihr Körper vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage ist, eine ausreichende Ernährung über den Verdauungstrakt aufzunehmen. Typische Gründe sind bestimmte Erkrankungen, Operationen, schwere Therapien oder eine ausgeprägte Mangelernährung. Die parenterale Ernährung wird individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst und unter ärztlicher Kontrolle verabreicht — meist bequem zu Hause, unterstützt durch unser Fachteam.
Quellen & weiterführende Hinweise
Dieser Ratgeber basiert auf den aktuellen Empfehlungen anerkannter medizinischer Fachgesellschaften und Leitlinien:
- Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM): S3-Leitlinie „Klinische Ernährung" — AWMF-Registernummer 073-001. www.dgem.de
- DGEM S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie": AWMF-Registernummer 073-006.
- DGEM-Leitlinie „Chronisches Darmversagen": AWMF-Registernummer 073-026 — mit konkreten Empfehlungen zur parenteralen Ernährung bei Kurzdarmsyndrom.
- ESPEN — European Society for Clinical Nutrition and Metabolism: Guideline on Home Parenteral Nutrition (HPN). Pironi L, Boeykens K, Bozzetti F, et al. Clinical Nutrition 2020;39(6):1645–1666. www.espen.org
- ESPEN Practical Guideline: Clinical Nutrition in Cancer. Muscaritoli M, Arends J, Bachmann P, et al. Clinical Nutrition 2021;40(5):2898–2913.
- ESPEN Guideline on Clinical Nutrition in Inflammatory Bowel Disease (Morbus Crohn / Colitis ulcerosa): Bischoff SC, Bager P, Escher J, et al. Clinical Nutrition 2023;42(3):352–379.
- AWMF — Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Online-Verzeichnis aller in Deutschland gültigen medizinischen Leitlinien. www.awmf.org
Stand der Quellen: Juni 2026 — die Inhalte dieses Ratgebers werden regelmäßig überprüft und an aktuelle Leitlinien angepasst.
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