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„Der Krebs ernährt sich doch von Zucker. Sollte ich deshalb besser komplett darauf verzichten?“ Nein – zumindest nicht so, wie es diese Aussage vermuten lässt. Krebszellen können Zucker beziehungsweise Glukose zur Energiegewinnung nutzen. Das können gesunde Zellen allerdings ebenfalls. Deshalb lässt sich ein Tumor nicht einfach „aushungern“, indem man Zucker oder Kohlenhydrate aus der Ernährung streicht.
Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass die Ernährung bei Krebs keine Rolle spielt. Gerade während einer Krebstherapie ist es wichtig, ausreichend Energie und Eiweiß aufzunehmen und einen ungewollten Gewichts- und Muskelverlust möglichst zu vermeiden.
„Krebszellen brauchen Zucker“ – diesen Satz haben viele Menschen schon einmal gehört.
Und spätestens nach einer Krebsdiagnose kann daraus eine beunruhigende Frage entstehen: Wenn Krebszellen Zucker brauchen, sollte ich dann besser keinen Zucker mehr essen?
Im Internet finden sich dazu zahlreiche Empfehlungen – von komplettem Zuckerverzicht bis hin zu speziellen Ernährungsformen, die den Tumor angeblich „aushungern“ sollen. Doch so einfach ist der Zusammenhang zwischen Zucker und Krebs nicht.
Was stimmt also wirklich? Kann Zucker einen Tumor wachsen lassen? Lässt sich Krebs durch den Verzicht auf Kohlenhydrate aushungern? Und was dürfen Sie während einer Krebstherapie überhaupt noch essen?
Dieser Ratgeber erklärt, was hinter der Aussage Zucker „füttert“ Krebs steckt – und worauf es bei der Ernährung während einer Krebserkrankung tatsächlich ankommt.
Ernähren sich Krebszellen von Zucker und „füttert“ Zucker dadurch den Krebs?
Ja, Krebszellen nutzen Glukose zur Energiegewinnung – das gilt allerdings für alle Zellen unseres Körpers. Besonders unser Gehirn ist auf eine stetige Glukosezufuhr angewiesen.
Richtig ist, dass viele Tumoren Glukose besonders schnell und in großen Mengen aufnehmen (bekannt als Warburg-Effekt). Dies wird in der Medizin z. B. bei Bildgebungsverfahren (PET-CT) genutzt.

Die Schlussfolgerung „Zucker füttert den Krebs“ greift dennoch zu kurz: Zucker aus der Nahrung erreicht den Tumor nicht direkt 1:1, sondern wird im Stoffwechsel verarbeitet und allen Zellen gleichsam zur Verfügung gestellt.
Kann man Krebs durch Zuckerverzicht aushungern?
Nein. Der menschliche Körper regelt den Blutzuckerspiegel streng. Wenn Sie auf Zucker oder Kohlenhydrate verzichten, stellt die Leber die benötigte Glukose einfach selbst aus körpereigenen Bausteinen, wie Eiweißen her.
Der Tumor wird dadurch also nicht von seiner Energieversorgung abgeschnitten.
Zudem birgt ein strenger Zucker- oder Kohlenhydratverzicht Risiken: Krebspatienten drohen dadurch ungewollter Gewichtsverlust und Muskelabbau.
Die S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ rät daher ausdrücklich von krebsaushungernden Diäten ab, da ein stabiler Ernährungszustand für den Therapieverlauf entscheidend ist.
Ist Zucker krebserregend? Zucker ist nicht gleich Tumorwachstum
Zucker allein gilt nicht als einfache Ursache für Krebs. Die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Körpergewicht, Stoffwechsel und Krebsrisiko sind komplexer.
„Zucker ernährt Krebszellen“ und „Zucker verursacht Krebs“ sind zwei verschiedene Behauptungen.
Für die Entstehung von Krebs spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Dazu gehören unter anderem genetische Veränderungen, Alter, Rauchen, Alkohol, bestimmte Infektionen, UV-Strahlung, Übergewicht und weitere Lebensstil- und Umweltfaktoren.
Bei der Ernährung kommt es deshalb nicht auf ein einzelnes Lebensmittel an.
Ein dauerhaft sehr hoher Konsum stark zuckerhaltiger Lebensmittel kann allerdings zu einer insgesamt ungünstigen Ernährung beitragen und eine hohe Energiezufuhr begünstigen.
Übergewicht wiederum steht mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten in Zusammenhang.
Das bedeutet jedoch nicht: „Zucker macht Krebs.“ Eine solche Aussage wäre wissenschaftlich zu pauschal.
Ist Zucker während einer Krebstherapie schädlich – und muss ich auf Süßigkeiten verzichten?
Nein. Zucker und Süßigkeiten sollten während einer Krebstherapie nicht grundsätzlich gemieden werden. Ein Stück Schokolade oder ein Dessert macht die Therapie nicht unwirksam.
Entscheidend ist die gesamte Ernährung und vor allem, ob ausreichend Energie und Eiweiß aufgenommen werden. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Geschmacksveränderungen können das Essen erschweren.
Wenn nur kleine Mengen möglich sind, kann es sinnvoller sein, verträgliche und energiereiche Lebensmittel zu essen, statt zusätzlich viele Lebensmittel zu verbieten.
Süßigkeiten sollten keine Grundlage der Ernährung sein – ein generelles Verbot gibt es aber nicht. Bei deutlichem Gewichtsverlust oder anhaltenden Essproblemen ist es ratsam eine Ernährungsfachkraft hinzuziehen.
Zucker im Vergleich
Für die Frage „Füttert Zucker den Krebs?“ ist es nicht entscheidend, ob die Glukose aus Haushaltszucker, Kokosblütenzucker, Honig, Obst oder einem anderen kohlenhydrathaltigen Lebensmittel stammt.
Bei der Ernährung sollte trotzdem zwischen verschiedenen Lebensmitteln unterschieden werden.
Ein Stück Obst liefert beispielsweise neben natürlichen Zuckern auch Wasser, Ballaststoffe, Vitamine und weitere Inhaltsstoffe. Süßigkeiten liefern dagegen meist viel Energie bei vergleichsweise geringer Nährstoffdichte.
Honig ist ebenfalls kein besonderer „Krebszucker“. Er besteht zu einem großen Teil aus verschiedenen Zuckerarten und sollte nicht als Alternative verstanden werden, mit der sich ein Tumor gezielt positiv oder negativ beeinflussen lässt.
Die entscheidende Frage lautet daher weniger: „Welcher Zucker ist für Krebs erlaubt?“ Sondern eher: „Wie sieht meine Ernährung insgesamt aus und bekomme ich während meiner Erkrankung ausreichend Energie und Nährstoffe?“
Weniger Kohlenhydrate – was verändert sich im Körper?
Eine starke Reduktion von Kohlenhydraten kann die Energiezufuhr deutlich verändern. Bei Menschen mit Krebs sollte eine solche Ernährungsumstellung deshalb nicht ohne fachliche Begleitung erfolgen.
Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle. Werden sie stark reduziert, muss der Körper andere Energiequellen stärker nutzen und kann Glukose selbst herstellen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine kohlenhydratarme Ernährung gefährlich ist. Eine solche Ernährung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein.
Bei einer Krebserkrankung sollte sie aber nicht mit dem Versprechen begonnen werden, den Tumor dadurch auszuhungern. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits wenig gegessen wird oder ein Gewichtsverlust besteht.
Denn ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann bei einer Krebserkrankung ein ernst zu nehmendes Zeichen sein. Wer zusätzlich viele Lebensmittel aus Angst vor Zucker streicht, kann das Risiko erhöhen, insgesamt zu wenig Energie und Eiweiß aufzunehmen.
Die Frage sollte deshalb nicht nur lauten: „Wie wenig Zucker kann ich essen?“ Sondern: „Wie kann ich meinen Körper während der Behandlung ausreichend versorgen?“
Was jetzt wichtiger ist als Zuckerverzicht

Medizinische Leitlinien betonen: Das primäre Ziel während einer Krebstherapie ist die Vermeidung von Mangelernährung und Muskelverlust.
Ein stabiles Körpergewicht trägt maßgeblich dazu bei, dass die Therapie gut vertragen wird und die Kräfte erhalten bleiben.
Gerade bei Krebserkrankungen kann sich die Ernährungssituation verändern. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Geschmacksveränderungen oder Beschwerden beim Essen können dazu führen, dass weniger Nahrung aufgenommen wird.
Dann kann ein Teufelskreis entstehen: Weniger Appetit → weniger Essen → Gewichtsverlust → weniger Kraft → noch größere Schwierigkeiten bei der Ernährung.
Deshalb sollte ein ungewollter Gewichtsverlust ernst genommen werden.
Das Ziel einer Ernährung während einer Krebserkrankung ist nicht zwangsläufig eine möglichst „reine“ oder „zuckerfreie“ Ernährung.
Es geht vielmehr darum, den Körper entsprechend der individuellen Situation ausreichend zu versorgen und die Ernährung an Verträglichkeit, Energiebedarf und Behandlung anzupassen.
Was kann ich jetzt konkret tun?
Wenn Sie gerade eine Krebsdiagnose erhalten haben oder sich in einer Behandlung befinden, sollten Sie nicht versuchen, Ihre Ernährung anhand ungesicherter Tipps aus dem Netz selbst zu optimieren.
Sinnvolle erste Fragen sind:
- Habe ich in letzter Zeit ungewollt Gewicht verloren?
- Esse und trinke ich deutlich weniger als früher?
- Kann ich bestimmte Lebensmittel wegen Übelkeit, Geschmacksveränderungen oder Beschwerden nicht mehr vertragen?
- Bekomme ich ausreichend Eiweiß und Energie?
- Gibt es bereits eine Empfehlung meines Behandlungsteams zur Ernährung?
Ideen für energie- und eiweißreiche Lebensmittel finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Ernährung bei erhöhtem Nährstoffbedarf: Anreicherung, Eiweiß, Trinknahrung.
Wenn Sie Gewicht verlieren oder dauerhaft deutlich weniger essen, sollten Sie das frühzeitig ansprechen.
Eine individuelle Ernährungsberatung kann dabei helfen, die Ernährung an Ihre Erkrankung, Behandlung, Beschwerden und persönlichen Vorlieben anzupassen.

10 Anzeichen für Mangelernährung
Frühe Hinweise erkennen — bei Angehörigen oder bei sich selbst. Eine Checkliste zum Mitnehmen.
Häufige Fragen zu dem Thema
Kann eine zuckerfreie Ernährung eine Krebstherapie ersetzen?
Nein. Eine zuckerfreie Ernährung ist keine Krebsbehandlung und ersetzt weder eine onkologische Therapie noch die ärztliche Betreuung.
Sollte ich während der Chemotherapie Süßigkeiten komplett streichen?
Nein. Es gibt kein allgemeines Verbot von Süßigkeiten während einer Chemotherapie. Bei Ernährungsproblemen sollte vielmehr darauf geachtet werden, dass insgesamt ausreichend gegessen und getrunken wird.
Ist Honig bei Krebs besser als Zucker?
Honig ist kein besonderer „Krebszucker“. Auch er enthält Zucker und sollte nicht als Mittel zur Behandlung von Krebs verstanden werden.
Darf ich als Krebspatient Zucker essen?
Ein generelles Zuckerverbot ist nicht erforderlich. Entscheidend ist eine insgesamt bedarfsgerechte Ernährung.
Welche Stufen der Ernährungstherapie gibt es?
Die Ernährungstherapie folgt einem Stufenkonzept nach DGEM. Stufe 1 ist die Optimierung der natürlichen Nahrungsaufnahme durch Anreicherung der Speisen mit Eiweiß und Energie. Stufe 2 ergänzt die Ernährung durch Trinknahrung. Stufe 3 nutzt enterale Ernährung über eine Sonde, wenn die orale Aufnahme nicht ausreicht. Stufe 4 ist die parenterale Ernährung über die Vene, wenn der Magen-Darm-Trakt nicht oder nicht ausreichend genutzt werden kann. Die Stufen können kombiniert werden.
Wie oft wird die Ernährungstherapie überprüft?
Die Ernährungstherapie wird regelmäßig überprüft, häufig im Rahmen von Ernährungsvisiten. Die Frequenz richtet sich nach der individuellen Situation: bei akuten Veränderungen oder ausgeprägter Mangelernährung enger, bei stabilem Verlauf in größeren Abständen. Geprüft werden Gewicht, Laborwerte, Wohlbefinden und die Verträglichkeit der Therapie. Bei Bedarf wird der Plan zeitnah angepasst.
Wie unterstützt confido Care bei Mangelernährung?
Bei Mangelernährung beginnt die Unterstützung mit einer strukturierten Erfassung des Ernährungszustands, häufig mit anerkannten Screening-Tools und einer BIA-Messung. Auf dieser Basis erfolgt eine stufenweise Therapie: zunächst Optimierung der oralen Ernährung mit angereicherten Speisen und Trinknahrung, dann bei Bedarf enterale oder parenterale Ernährung. Die Stufentherapie folgt den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).
Wie individuell ist der Ernährungsplan?
Jeder Ernährungsplan wird komplett auf die individuelle Situation zugeschnitten. Berücksichtigt werden Grunderkrankung, aktueller Ernährungszustand, Laborwerte, persönliche Vorlieben, Alltagsstruktur und das Therapieziel. Bei Bedarf wird die Familie oder das pflegende Umfeld einbezogen. Im Verlauf wird der Plan in regelmäßigen Visiten angepasst, etwa wenn sich Gewicht, Therapie oder Bedarf ändern.
Wer führt die Ernährungsberatung bei confido Care durch?
Die Ernährungsberatung wird von erfahrenen Ernährungsexpertinnen und -experten durchgeführt, in der Regel Diätassistentinnen und Diätassistenten oder Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit zusätzlicher klinischer Qualifikation. Sie arbeiten eng mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammen und orientieren sich an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).
Wie läuft eine Ernährungsberatung bei confido Care ab?
Die Beratung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese: Lebensgewohnheiten, Vorerkrankungen, Beschwerden und individuelle Ziele. Ergänzend kommt eine BIA-Messung zur Bestimmung der Körperzusammensetzung zum Einsatz, dazu eine Einsicht in aktuelle Laborwerte. Auf dieser Basis entwickeln unsere Ernährungsexpertinnen und -experten gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Ernährungsplan. Im Verlauf passen wir den Plan regelmäßig an Ihre Fortschritte und an Veränderungen Ihrer Situation an.
Welche ernährungstherapeutischen Stufen sind leitliniengerecht (oral, enteral, parenteral)?
Leitliniengerecht erfolgt die Ernährungstherapie stufenweise: Ernährungsberatung und Anreicherung der normalen Kost, dann orale Trinknahrung, anschließend enterale (Sonden-)Ernährung und – wenn der Magen-Darm-Trakt nicht ausreichend nutzbar ist – parenterale Ernährung, auch in Kombination. Die Stufe richtet sich nach Darmfunktion und Bedarf.
Ab welchen Kriterien (Gewichtsverlust, BMI, Muskelmasse) sollte eine Ernährungstherapie beginnen?
Eine Ernährungstherapie sollte beginnen, wenn ein Screening positiv ausfällt bzw. relevante Kriterien vorliegen – etwa ungewollter Gewichtsverlust (>5 % in 3 Monaten), niedriger BMI oder reduzierte Nahrungsaufnahme/Muskelmasse (GLIM-Kriterien). Maßgeblich ist die individuelle Risikobewertung nach Leitlinie.
Welche Screening-Tools eignen sich zur Erkennung von Mangelernährung (MNA, NRS-2002)?
Empfohlen werden validierte Screening-Instrumente wie NRS-2002 (Akutklinik), MUST (ambulant) und MNA (geriatrisch); bei Auffälligkeit folgt ein strukturiertes Assessment. Ein routinemäßiges Screening bei Aufnahme wird von DGEM/ESPEN empfohlen.
Was zahlt die Krankenkasse bei einer Ernährungsberatung?
Ärztlich empfohlene Ernährungsberatung wird von gesetzlichen Krankenkassen häufig anteilig bezuschusst (§ 43 SGB V); medizinisch notwendige enterale oder parenterale Ernährung wird bei Verordnung in der Regel übernommen. Umfang und Bezuschussung unterscheiden sich je nach Kasse. Eine Nachfrage bei der eigenen Krankenkasse wird empfohlen.
Welche Ernährung ist bei einer Krebserkrankung wichtig?
Wichtig ist eine ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr, um Gewicht und Muskulatur zu erhalten; eine spezielle „Krebsdiät“ gibt es nicht und kann sogar schaden. Die Ernährung sollte individuell angepasst und bei Bedarf fachlich begleitet werden.
Wann brauche ich Trinknahrung oder künstliche Ernährung?
Reicht normale Kost trotz Anreicherung nicht aus, kann zunächst Trinknahrung ergänzt werden; ist auch das nicht ausreichend oder der Darm nicht nutzbar, kommen enterale (Sonden-) oder parenterale Ernährung infrage. Die Stufen werden ärztlich bzw. ernährungsmedizinisch festgelegt; Confido Care versorgt den parenteralen Weg.
Hilft eine Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie?
Eine frühzeitige, qualifizierte Ernährungsberatung kann helfen, Gewicht und Kräfte zu stabilisieren, Mangelzustände zu vermeiden und die Therapieverträglichkeit zu unterstützen. Sie wird individuell auf Erkrankung und Bedarf abgestimmt. Confido Care bietet eine klinische Ernährungsberatung mit validierten Screening-Verfahren an.
Was kann ich essen, wenn ich durch die Behandlung keinen Appetit habe?
Hilfreich sind kleine, häufige und energie- sowie eiweißreiche Mahlzeiten, Lieblingsspeisen und das Anreichern von Speisen (z. B. mit Ölen oder Sahne). Wunschkost und eine angenehme Essumgebung können den Appetit unterstützen. Bei anhaltenden Problemen sollte eine Ernährungsfachkraft hinzugezogen werden.
Was ist Tumorkachexie?
Tumorkachexie ist ein durch die Krebserkrankung ausgelöstes, komplexes Schwund-Syndrom mit ungewolltem Gewichts- und vor allem Muskelverlust, das sich nicht allein durch mehr Essen umkehren lässt. Sie entsteht durch Stoffwechselveränderungen und Entzündungsprozesse. Eine frühzeitige, multimodale Behandlung ist wichtig.
Welche Folgen hat Mangelernährung für Therapie und Lebensqualität?
Mangelernährung schwächt Muskulatur und Immunsystem, erhöht das Risiko für Infektionen und Komplikationen, verschlechtert die Wundheilung und kann die Verträglichkeit von Therapien sowie die Lebensqualität mindern. Eine frühzeitige Ernährungstherapie kann dem entgegenwirken.
Ab wann ist Gewichtsverlust bei einer Erkrankung gefährlich?
Als kritisch gilt ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5 % in drei Monaten bzw. mehr als 10 % in sechs Monaten – besonders bei bestehender Erkrankung. Solcher Gewichtsverlust kann Therapieverträglichkeit und Verlauf verschlechtern und sollte ärztlich abgeklärt werden. Je früher gegengesteuert wird, desto besser.
Woran erkenne ich eine Mangelernährung?
Anzeichen einer Mangelernährung sind ungewollter Gewichtsverlust, nachlassender Appetit, Müdigkeit, Muskelabbau und Schwäche. Als Warnsignal gilt ein ungewollter Verlust von mehr als etwa 5 % des Körpergewichts in drei Monaten. Bei solchen Zeichen sollte frühzeitig ärztlicher oder ernährungsmedizinischer Rat eingeholt werden.
Sind viele kleine Mahlzeiten wirklich besser als drei große?
Bei vermindertem Appetit oft ja. Ein großer, voll gefüllter Teller kann schnell überfordernd wirken und führt häufig dazu, dass von vornherein weniger gegessen wird. Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt sind in solchen Situationen meist verträglicher — und ergeben in Summe häufig eine höhere Energie- und Nährstoffaufnahme als drei große Mahlzeiten, von denen zwei halb stehen bleiben.
Ab wann ist Trinknahrung sinnvoll?
Trinknahrung kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn normale Mahlzeiten — auch nach gezielter Anreicherung mit Sahne, Butter oder Nussmus — nicht ausreichen, um Ihren Bedarf zu decken. Sie liefert in kleinem Volumen viel Energie und Eiweiß und wird idealerweise zwischen den Mahlzeiten, gut gekühlt und in kleinen Schlucken eingenommen. Ob sie in Ihrer Situation indiziert ist, klärt eine Ernährungsberatung oder Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr Arzt — bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten.
Quellen & weiterführende Hinweise
S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“, DGEM, AWMF-Registernummer 073-006OL
7 Impulse bei krankheitsbedingter Appetitlosigkeit

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